Leinöl? Was ist das?

Lein ist wahrscheinlich eine der ältesten Kulturpflanzen des Menschen. Bereits seit der jüngeren Steinzeit wurde Lein bei uns kultiviert. Samen und Leingewebe fand man bei Ausgrabungen in alten Pfahlbautensiedlungen.

Noch bis zum ersten Weltkrieg wurde Lein, auch Flachs genannt, bei uns flächendeckend angebaut. Lein ist eine überaus nützliche Kulturpflanze, die komplett verwertbar ist. Während die Pflanzenstängel die Fasern liefern aus denen Leinen gewoben wird, liefern die Samen das wertvolle Leinöl. Der Anteil des Öls in den Samen liegt zwischen 30% und 40%.

Mit Einführung der Baumwolle kam es in Europa zu einem drastischen Rückgang der Leinanbauflächen, da fast niemand mehr Leinfasern zur Herstellung von Bekleidung benötigte. Somit ging auch der Verbrauch an Leinöl stark zurück. Nur in einzelnen Regionen, wie dem Spreewald, ist bis heute das Leinöl ein unverzichtbarer Bestandteil in der Ernährung der Menschen.

Jedoch ist die gesundheitsfördernde Wirkung von Leinöl unbestritten und immer mehr Menschen entdecken dieses kostbare Juwel unter den Ölen wieder.

Leinöl oxidiert sehr schnell an der Luft und hat nur kaltgepresst einen therapeutischen Nutzen. Es enthält fast ausschließlich die für unseren Körper wertvollen ungesättigten Fettsäuren und hat einen hohen Anteil an 3- fach ungesättigter Alpha-Linolensäure.

Leinöl ist ein absolutes Multitalent, wenn es um die vorbeugende Gesundheitspflege geht. Die im Öl enthaltene Alpha-Linolensäure sorgt indirekt für Botenstoffe, die die Fließgeschwindigkeit des Blutes verbessern. Desweiteren wirkt Alpha-Linolensäure ähnlich wie Aspirin schmerzstillend und entzündungshemmend. Auch wird durch diesen wertvollen Inhaltsstoff das Thromboserisiko gesenkt. Eine präventive Wirkung gegen Blutgerinsel, Schlaganfall und Herzinfarkt sowie eine Milderung der Arteriosklerosegefahr sind unbestritten. Alpha-Linolensäure ist ebenfalls hilfreich bei der Osteoporosevorbeugung, wirkt stark cholesterinsenkend und beeinflusst somit das Blutfettsystem positiv.

Da man heute die begünstigende Wirkung von Leinöl bei der Bekämpfung von u.a. Brustkrebs für wahrscheinlich hält, ist es sinnvoll, diese Öl präventiv oder in der Krebsnachsorge in die Ernährung zu integrieren.

Kaltgepresstes Leinöl ist ein wichtiger Lieferant der hochwertigen und gesunden CIS-Fettsäuren.

Zahlen, Daten, Fakten zu Leinöl:

-       botanischer Name: Linum usitatissimum

-       Pflanzenfamilie: Leinengewächse

-      wichtige Anbaugebiete: Argentinien,Indien, China, USA und frühere UDSSR

-       Gewinnung: Kaltpressung aus Samen

-       Farbe: gelblich

-       Geruch/Geschmack: nussig-mild bis intensiv herb - je nach Saat

-       Haltbarkeit: kühl in dunkler geschlossener Flasche ca. 8-12 Wochen

-       Anwendung: äußerlich und innerlich, kaltgepresstes Öl nicht erhitzen!

-       Inhaltsstoffe des kaltgepressten Öls (ca.): 58% Alpha-Linolensäure, 17% Ölsäure, 15% Linolsäure, 10% gesättigte Fettsäuren, 2% Fettbegleitstoffe (Schleimstoffe und Vitamin E)

Quelle: „Pflanzenöle – Qualität, Anwendung und Wirkung“, Ruth von Braunschweig, Stadelmann Verlag/ "Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle", Krist*Buchbauer*Klausberger, SpringerWienNewYork New

Hinterlasse eine Antwort