Kann man mit kaltgepresstem Leinöl braten?

Da kaltgepresstes Leinöl einen sehr hohen Anteil an Omega-3- Fettsäuren besitzt sollte man es auf gar keinen Fall zum Braten verwenden. Diese Fettsäuren vertragen keine Hitze und würden beim starken Erhitzen zerstört und zum Teil in schädliche Transfettsäuren umgewandelt. Der Rauchpunkt, das heißt der Punkt bei dem sich unter Rauchentwicklung schädliche Stoffe in einem Öl bilden, liegt beim Leinöl  schon bei ca. 107 Grad Celsius. Das sind nur wenige Grad über dem Siedepunkt von Wasser.

Man kann aber durchaus seine Speisen mit dem Omega-3-Fettsäure reichen Leinöl verfeinern und es zum würzen und abschmecken nach dem Kochvorgang benutzen. Dazu träufeln Sie einfach nach dem Kochen ein paar Tropfen auf die angerichteten warmen Speisen und sie werden sehen, es schmeckt fantastisch.

Wer bei hohen Temperaturen braten möchte sollte kaltgepresstes  Bio Kokosöl VCO verwenden. Es hat bei einem Rauchpunkt von über 250 Grad Celsius hervorragende Brateigenschaften.

4 Gedanken zu „Kann man mit kaltgepresstem Leinöl braten?“

  • Camper NOL

    Selten gehen die Meinungen soweit auseinander, wie beim Thema Leinöl.
    Während es in der Lausitz und in Schlesien eine jahrhundertelange Tradition hat, ist es in weiter südlich, westlich und nördlich gelegenen Regionen erst in den letzten Jahren wirklich populär geworden. Diese neue Popularität verdankt das Leinöl seiner außeroderntlich hohen Anteile an Omega-3 Fettsäuren, die für die Gesundheit sehr wichtig sind.
    Natürlich finden sich dann auch Völkerscharen, die ganz wichtig auch sofort was zu diesem Thema wissen und auch aufschreiben.
    Ob mit oder ohne wissenschaftlicher Basis ist dabei leider sher oft völlig egal.
    Oft sind es einfach Argumente um sich bei der Vermarktung besser zu präsentieren!

    Gar keine Frage - Leinöl wird seit Jahrhunderten in seiner ursprünglichen Heimat sowohl zum Backen, als auch zum Braten verwendet.
    Nun ist nicht alles gut, was auch in alten Zeiten gemacht wurde.
    Und so muss dies Aussage relativiert werden!

    Leinöl kann durchaus zum Braten verwendet werden, ohne das es grundsätzlich Schaden nimmt.
    Aber man sollte unbedingt darauf achten, das Temperaturen von 180°C nicht überschritten werden. Dann nämlich bilden sich die nicht desunden Transfette!
    Auch sollte man einmal verwnedtes Leinöl kein zweites mal zu Braten verwenden.

    Woher die Zahl 107° C kommt bleibt wohl ein Geheimnis des Verfassers.

    Natürlich macht es keinen Sinn, wertvolles, kaltgepresstes und vielleicht besonders schonend hergestelltem Bio Leinöl zum Backen einzusetzen oder in die Pfanne zu schütten. Das wäre einfach Verschwendung.
    Der Handel bietet zumindest in der Lausitz ganz "normales" Leinöl aus konventioneller Produktion an.
    Das hat ebenso ca. 58% omega-3 und ganz bestimmt nicht ungesund.
    Aber es ist preiswert und wird eben, wie gesagt so hergestellt, wie es vor der Bio-Welle üblich war.
    Zu Zeiten und nach Methoden, die die Wissenschaft auf die Spur des Lausitzer Goldes Omega-3 gekommen ist.
    Das mit Bio und ganz kalt gepresst das Öl wertvoller - naja, in jedem Fall teurer, geworden ist, ist unumstritten. *schmunzel*

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  • oelfreund.de

    Ich finde es schön, dass sich jemand für die Traditionen im Spreewald einsetzt, denn auch meine Frau kommt aus dem Selbigen. Die Spreewälder sollen auch Ihre Leinöl Tradition und alle weiteren Traditionen weiterleben.

    Ich möchte jedoch den Ausführungen zur bedenkenlosen Verwendung von Leinöl beim Braten wiedersprechen und das Thema ein wenig vertiefen.
    Wie schon von "Camper NOL" geschrieben gibt es zahlreiche Rezepte in denen Leinöl zum Kochen verwendet wird.
    Solange der Rauchpunkt von 107 Grad dabei nicht überschritten wird, stimme ich der bedenkenlosen Verwendung von Leinöl zu.
    Die 107 Grad Celsius sind übrigens der Punkt bei welchem das Öl, beim Erhitzen, deutlich anfängt zu rauchen.
    Dies kann auch in Alfons Schuhbecks " Die Heilkraft von Omega 3" auf Seite 44 (Haltbarkeit und Rauchpunkte von Speiseölen und Fetten) nachgelesen werden. Wer das Buch nicht zu Hand hat kann es auch einfach selbst ausprobieren und mit einem Bratenthermometer nachmessen.
    Auch im Buch "Ölwechsel für Ihren Körper" von Reiner Schmid (Seite 22- 36) wird auf die Gefahr der Umwandlung ungesättigter Fettsäuren in schädliche Transfette, beim Erhitzen, verwiesen. Hier ist allerdings die Rede vonTemperaturen über 150 Grad Celsius.
    Auch dieser Wert liegt deutlich unter den propagierten 180 Grad Celsius meines Vorredners/schreibers. Woher dieser kommt wäre auch schön zu wissen ;-)

    Auch auf den Sinn von Bio-Ölen bei der Kaltpressung möchte ich noch einmal verweisen. Hierbei handelt es sich nicht bloß um einen Trend zum Bio-Öl.
    Die Verwendung von kaltgepressten Bio-Ölen ist durchaus sinnvoll und auch mehr als ratsam.

    DENN:

    In der herkömmlichen Landwirtschaft sind zahlreiche Pestizide zugelassen und werden auch auf den Feldern eingesetzt. Diese Pestizide finden sich natürlich auch an den Samen der Pflanze wieder und gehen, da sie fettlöslich sind, bei der Pressung in das Leinöl über.
    Daher sollte man unbedingt auf Bioqualität beim Leinöl achten, wenn man sicher sein möchte dass keine Pestizide im kaltgepressten Öl und auch Leinöl enthalten sind.

    Das diese hohe Qualität des kaltgepressten Bio-Öles / Bio Leinöles auch einen höheren Produktions- und Verkaufspreis nach sich zieht, ist unbestritten, denn Bioanbau ist nunmal aufwendiger und teurer- bei geringerem Ertrag. Ebenso bringt eine schonende Kaltpressung auch weniger Ölausbeute als eine Warmpressung. Dafür erhält man aber eben auch eine hochwertiges, leckeres und gesundes Öl ohne Schadstoffbelastung.

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  • Mykola Südkorea
    Mykola Südkorea 6. September 2015 um 07:59

    das Öl dampft und raucht nicht

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