Lebensmitteltechnologe
Immer wieder finden Tests Mineralöl in Speiseölen – zuletzt 2026 in Olivenölen, aber auch in Kürbiskern- und Sesamöl. Dieser Ratgeber erklärt sachlich, was sich hinter den Kürzeln MOSH und MOAH verbirgt, wie die Stoffe ins Öl gelangen und woran Sie möglichst unbelastete Öle erkennen.
Was sind MOSH und MOAH?
Beide Begriffe stehen für Bestandteile von Mineralöl, die als unerwünschte Verunreinigung in Lebensmittel gelangen können:
- MOSH (gesättigte Mineralöl-Kohlenwasserstoffe) können sich im Körper anreichern; die langfristigen Folgen sind wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.
- MOAH (aromatische Mineralöl-Kohlenwasserstoffe) gelten als kritischer, da diese Gruppe auch bedenkliche Verbindungen enthalten kann. MOAH sind in Lebensmitteln daher generell unerwünscht.
MOSH und MOAH – Bedeutung und mögliche Eintragswege (Überblick).Was zeigen die aktuellen Tests?
Die Stiftung Warentest stellte Anfang 2026 bei mehreren Olivenölen Verunreinigungen mit Mineralölbestandteilen (MOSH/MOAH) oder Weichmachern fest. Öko-Test fand Mineralöl nicht nur in Olivenöl, sondern auch in Kürbiskern- und Sesamöl – in einem Test waren nur 10 von 50 Ölen weitgehend sauber. Das Thema betrifft also viele Ölsorten und unabhängig vom Preis sogar Bio-Produkte.
Wie gelangt Mineralöl ins Öl?
Die häufigsten Eintragswege sind Verpackungen (z. B. Recycling-Kartons und Druckfarben), Schmier- und Maschinenöle in der Verarbeitung sowie Einträge aus Umwelt und Transport. Je mehr Verarbeitungsschritte und je länger die Wege, desto mehr Gelegenheiten für eine Kontamination.
Woran erkenne ich möglichst unbelastete Öle?
Worauf Sie achten können:
- Glasflasche statt Kunststoff – reduziert Einträge aus Verpackung und Weichmachern.
- Frische Kaltpressung aus der Ölmühle – wenige Verarbeitungsschritte, kurze Wege.
- Transparente Herkunft und Hersteller, die Qualität und Analysen offenlegen.
- Bio-Qualität als zusätzlicher Anhaltspunkt – ein Freibrief ist sie allein jedoch nicht.
- Dunkle, kühle Lagerung nach dem Kauf.
Wichtig: Eine Glasflasche und frische Pressung sind sinnvolle Anhaltspunkte, aber keine Garantie – seriöse Anbieter prüfen ihre Öle und gehen offen mit Ergebnissen um.
Frische als Qualitätssignal
Frisch gepresstes Öl aus einer Ölmühle durchläuft wenige Stationen zwischen Saat und Flasche. Das schmeckt man – und es bedeutet weniger Gelegenheiten für Verunreinigungen. Ein klarer, frischer Geschmack ohne „alte" oder kratzige Noten ist ein gutes Zeichen.
Häufige Fragen zu MOSH und MOAH
Sind MOSH und MOAH dasselbe?
Nein. MOSH sind gesättigte, MOAH aromatische Mineralöl-Kohlenwasserstoffe; MOAH gelten als kritischer.
Betrifft das nur Olivenöl?
Nein. Tests fanden Mineralöl auch in Kürbiskern-, Sesam- und weiteren Speiseölen.
Schützt eine Glasflasche zuverlässig?
Sie reduziert das Risiko aus Verpackung und Weichmachern, ist aber keine alleinige Garantie.
Sind Bio-Öle automatisch frei davon?
Nein. Auch Bio-Produkte können betroffen sein; entscheidend sind Verarbeitung, Verpackung und Sorgfalt.
Quellen
Stiftung Warentest: Olivenöl im Test (Februar 2026). · Öko-Test: Mineralöl in Sesamöl, Kürbiskernöl & Co.; Olivenöl-Test (2025/2026). Die Einordnung von MOSH/MOAH folgt den Angaben der Testinstitute; Angaben können sich mit neuen Erkenntnissen ändern.
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